Franz Kafka: Die Verwandlung - ein Interpretationsversuch

 

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"Der Geist wird erst frei, wenn er aufhört, Halt zu sein." - Franz Kafka

 

GLIEDERUNG

1. EINLEITUNG
2. KAFKAS ÄUßERE EINFLÜSSE
3. KAFKAS ERZÄHLWEISE
4. KATEGORISIERUNG
4.1. GATTUNGSPROBLEMATIK
4.2. ÄUßERE EINTEILUNG
4.3. ERZÄHLFORM
4.3.1. Moderne Erzählform und ihre Perspektive
4.3.2. Ungewöhnliches/ Komik
5. INTERPRETATIONSVIELFALT
5.1. VERSAGEN UND SCHULD
5.1.1. Wert des Einzelnen
5.1.2. Innerer Konflikt und Opfertier
5.2. AUTORITÄT UND MACHTKAMPF
5.2.1. Des Vaters Schulden
5.2.2. Der Morgen danach
5.2.3. Vater - Mutter - Schwester
5.2.3. Finanzskandal
5.2.4. Möbelrücken und Apfelwurf
5.2.5. Zimmer frei und Geigenspiel
5.2.6. Rosige Zukunft
6. RESÜMEE UND SCHLUßWORT


1. EINLEITUNG


Jedesmal, wenn ich Kafkas Verwandlung las, fiel mir die Unterwürfigkeit und übergroße Rücksichtnahme des in einen Käfer verwandelten Gregor Samsa gegenüber seiner Umwelt auf. Anfangs war es eher eine Sache, die ich nebenbei bemerkte; doch je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr trat dieser Eindruck in den Vordergrund.
Aber warum begegnet der Verwandelte seiner Familie in solch unterwürfiger Form? Was sind die Gründe für sein Verhalten? Ist diese Auffälligkeit ein möglicher Ansatz für eine (weitere) Interpretation?
Auch die Frage nach der Erzählperspektive in den Romanen und Erzählungen Kafkas gibt immer wieder Rätsel auf. Wer erzählt in seinen Werken eigentlich? Ist es die Hauptfigur (in unserem Fall Gregor Samsa), aus deren Blickwinkel heraus das Geschehen verfolgt wird, oder ist es der klassische auktoriale Erzähler, der aus dem Hintergrund hervortretend für alle sichtbar, die Fäden der Erzählung in der Hand hält? Gibt es gar Perspektivwechsel oder bewegt sich Kafkas Erzählweise womöglich jenseits der gewohnten Zuordnung?
Diese Fragen werde ich in der vorliegenden Arbeit zu beantworten versuchen.


2. KAFKAS ÄÜßERE EINFLÜSSE
Kafka hatte einen zum Teil konservativen Literaturgeschmack. Er las Goethe, Heinrich von Kleist, Grillparzer und Dostojewski. Den größten literarischen Einfluß auf Kafka aber übte Flaubert aus, der als der Begründer des Realismus in Frankreich gilt. Ebenso wie er handhabte Kafka die Sprache wie ein Werkzeug und entnahm seine Begriffe gern dem Wortschatz der Juristen und der Naturwissenschaftler. Dadurch verlieh er ihnen eine gewisse ironische Genauigkeit, ohne dabei seine persönlichen Empfindungen durchscheinen zu lassen - ein Verfahren, mit dem auch Flaubert eine einzigartige dichterische Wirkung erzielte.

 

3. KAFKAS ERZÄHLWEISE
Was ist also so typisch an Kafkas Erzählweise? Was macht sie so einzigartig? Vielleicht fasziniert die Art in seinen Werken, das in ihnen Dargestellte von dem abweichen zu lassen, was gemeinhin Realität oder Wirklichkeit genannt wird. Im Falle der Verwandlung ist die absurde Hauptperson Teil ihrer absurden Umwelt, doch versucht sie in rührender und tragischer Weise, aus ihr heraus zu gelangen - und stirbt verzweifelt. Die Verwandlung Gregors in ein Ungeziefer ist der typisch "kritische Augenblick" - den man in vielen Werken Kafkas findet; sie stellt die Gefährdung der Alltagswelt durch das ungewöhnliche Ereignis dar. An ihn knüpft sich der Zwang, der unausweichlich ins Verderben führt, die totale Ausweglosigkeit der Situation. "Kafka gestaltet Menschen, deren brüchiges Verhältnis zur Umwelt er an einem künstlerisch fruchtbaren Schnittpunkt deutlich macht; diesen Konflikt bringt er dann fortlaufend bis zur Katastrophe zur Entfaltung.". Das gravierendste für mich aber ist eben diese totale Ausweglosigkeit, die die Verwandlung so bedrückend auf mich wirken läßt.

 


4.KATEGORISIERUNG
4.1. Gattungsproblematik
Nicht nur über die Interpretation der Verwandlung streiten sich die Wissenschaftler, sondern auch über die Zugehörigkeit zur Textgattung. Sowohl Wolfgang Matz als auch Vladimir Nabokov bezeichnen das Werk als Novelle; Clemens Heselhaus ordnet es aufgrund der "Darstellungsweise des Geschehens selbst" der Parabel zu und Heinz Hillmann nennt es parabolische Erzählung, da "...ein unabdingbares, die Gattung Parabel konstituierendes Wesensmerkmal (...) zu sein [scheint], daß die erzählte Situation (bzw. der Vorgang) als Ganzes nicht nur sich selbst meint, sondern auf ein ähnlich gelagertes Ganzes verweist.". Die Verwandlung aber "unterscheidet sich... insofern von dem reinen Typus von Parabel und Gleichnis, als hier das wörtlich genommene Bild bzw. der absolut gesetzte Vergleich nicht abgeschlossen für sich besteht, sondern so in einen realistisch gezeichneten Raum hineingestellt wird, daß er als integraler Bestandteil dieser Wirklichkeit erscheint.". Es entsteht der Mischtypus der parabolischen Erzählung. Helmut Richter hingegen bezeichnet Die Verwandlung einfach als Erzählung.


4.2. äußere Einteilung
Die äußere Gliederung, die der Erzähler seinem Werk angedeihen läßt - kann sehr verschiedenartig sein - jene Unterteilungen, die im Druckbild oft mit fettgedruckten Überschriften oder römischen Ziffern (wie im Falle der Verwandlung), durch unbedruckte Seiten oder einfache Neuansätze. Sie kann sich der inneren Gliederung völlig anpassen, aber die Phasenbildung auch geradezu verdecken.
Kafkas Verwandlung besteht aus drei Kapiteln, die auch inhaltlich einer strengen Gliederung folgen. Zeigt das erste den Moment der Verwandlung und das Ende Gregors menschlicher und beruflicher Existenz und das zweite die Zeit des in die Familie eingeschlossenen Ungeziefers, so schildert das dritte Kapitel sein Sterben und seinen endlichen Tod. Nabokov orientiert sich ebenfalls an der äußeren Dreiteilung, die Kafka vorgibt, gliedert diese jedoch noch einmal in Szenen. Auch seine feinere Unterteilung zeigt die Einheit von äußerer Gestaltung und innerem Geschehen. Die drei Teile verdeutlichen - laut Politzer - das Verhältnis Gregors zu unterschiedlichen Fragen. Der erste Teil zeigt sein Verhältnis zum Beruf, der zweite das zu seiner Familie und im dritten liegt der Schwerpunkt auf der Selbstreflexion. Ähnlich sieht die Einteilung von Matz aus. Auch er nimmt die von Kafka vorgegebene Gliederung in drei Teile auf. In diesem Punkt decken sich die Ansichten Politzers und Matz'. Politzer ergänzt lediglich die Matzsche Einteilung um die des Epilogs.
So dient die Übereinsicht von Erzählphasen und äußerem Bauplan in erster Linie dazu, die Festigkeit oder Lockerheit des Erzählgefüges zu prüfen. Entscheidend aber ist die zweite Frage, ob die äußere - feste oder lockere - Ordnung der erzählten Wirklichkeit tatsächlich zu reinerer Erscheinung verhilft. Wie an Politzer gezeigt, stimmen äußere Gliederung und innere Erzählphasen überein, und die Bemühungen um äußere Proportionen dienen zur Festigung des Erzählgerüsts.

4.3. Erzählform
4.3.1. Moderne Erzählform und ihre Perspektive
Die moderne Erzählkunst hat sich im Vergleich zur traditionellen stark verändert. Es ist eine starke Tendenz zur Verfremdung zu erkennen.. Der Erzähler tritt weitgehend zurück, "verkriecht sich" hinter den Gestalten oder verschwindet völlig hinter ihnen, ohne auch nur im geringsten in ihre Handlungen einzugreifen, er ist kein "Schöpfer", kein Gestalter mehr. Es gibt keine endgültigen Aussagen mehr, da die Vielfalt der Reflexions- und Erkenntnismöglichkeiten ins Unendliche geht. Die in der traditionellen Erzählkunst so typischen Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens kann die moderne Erzählkunst nicht mehr geben. Sie begnügt sich mit einer bloßen Konstatierung von Vorgängen oder der Fixierung der Bewußtseinshaltung des Menschen; sie überläßt es dem Leser, einen übergreifenden Sinngehalt, soweit dies überhaupt möglich ist, herauszufinden.
Die Erzählform ist der epische Bericht aus der Figurenperspektive des Helden, die Form, die Kafka auch in seinen Romanen und einem großen Teil seiner Erzählungen verwendete. Diese Werke sind an sich Er-Erzählungen - nicht der Held selbst, nicht eine direkt personifizierte Gestalt trägt die Geschichte vor, sondern das Geschehen wird dem Leser übermittelt durch eine Instanz (Genette bezeichnet sie als narrative Instanz ), die außerhalb des Kreises der Figuren steht. Allerdings ist es gerade das Merkmal von Kafkas Erzählweise, daß die Gestalt des Autor-Erzählers zwar durch die Er-Erzählung angenommen wird, daß dieser Erzähler auch in vereinzelten, gleichsam unter der Hand eingeschlichenen Fällen aus seiner gegenüber den Figuren erhöhten Perspektive die Handlung erläutert. Er bleibt aber weitgehend funktionslos; funktionslos in dem Sinne, daß das Geschehen nicht aus der Perspektive des Erzählers, sondern aus der des Helden berichtet wird.
Somit ist auch der Erzähler in der Verwandlung ein völlig zurücktretender, der Leser nimmt seine Präsenz kaum mehr wahr. Er berichtet aus der Perspektive Gregors, das heißt, die fiktionale Wirklichkeit wird durch den Reflektor Gregor dargestellt. Der Erzähler beschreibt alles Geschehen in einem sehr unpersönlichen Berichtstonfall, bedingt durch den Grad seiner Involvierung in das Geschehen, in diesem Fall als Beobachter oder unbeteiligter Chronist. Lediglich am Schluß bemerkt man ihn, da er auch nach dem Tod Gregors weiter existent ist und von den folgenden Geschehnissen - dem Ausflug der Familie Samsa vor die Stadt - berichtet.


4.3.2. Ungewöhnliches / Komik
In die Alltagssituation, die jeder zu kennen glaubt und die nach seiner Kenntnis so und nicht anders darzustellen ist, wird ein Modell hineingearbeitet, das Elemente der Wirklichkeit enthält, also oft zunächst vertraut erscheint. Um es am Beispiel der Verwandlung zu zeigen: Gregor Samsa erwacht am Morgen aus "unruhigen Träumen" und bemerkt, daß er verschlafen hat - eine völlig alltägliche Situation, die jedem passieren kann. Die "Ungeheuerlichkeit des Vorgangs" aber wird deutlich, wenn man erwacht und feststellen muß, daß man sich über Nacht zu einem riesigen Käfer verwandelt hat. Diese Elemente sind nur Teile, die nach einem anderen als dem üblichen Vorstellungsschema geordnet sind. Wird das plötzlich offenbar, ist der Leser schockiert. Dieser Überraschungseffekt ist aber beabsichtigt, er soll eingefahrene Denkweisen zerstören und einen neuen klaren Blick ermöglichen. Die Kulisse, vor der sich die Erzählung abspielt, scheint durchaus der allgemeinen menschlichen Erfahrung zuwiderzulaufen. Die "absurde Hauptperson [ist] Teil ihrer absurden Umwelt" .Nicht Gregors Verwandlung an sich ist ungewöhnlich - sie ist natürlich völlig irrational - sondern seine Reaktion darauf und die seiner Umgebung sind es. Es wird nie gefragt, warum Gregor sich verwandelt hat, es wird nie festgestellt, daß solch eine Verwandlung ja gar nicht möglich ist. Sie wird einfach hingenommen als sei es eine Krankheit, die sicher bald vorübergeht.
Auch entdeckt man eine gewisse Komik, zum Beispiel, wenn Gregor seine monströse Gestalt auf seinen "anstrengenden Beruf" zurückführen will; komisch ist es, wenn einer, der in der familiären Wohnung erwacht, dazu die Überlegung anstellt: "Dies frühzeitige Aufstehen (...) macht einen ganz blödsinnig. Der Mensch muß seinen Schlaf haben. Andere Reisende leben wie Haremsfrauen." Komisch, aber nicht lustig. "Die tiefschwarze Komik entspringt hier zunächst einer klassischen Situation der Tragödie: dem objektiven Widerspruch zwischen der Lage eines Menschen und seiner Einsicht in sie. Bei Gregor nimmt dieser Widerspruch jedoch eine bizarre, extreme Form an: Er verdrängt seine neue Gestalt als Käfer keinesfalls, doch die Vernunft reicht nicht hin, daraus die eigentlich recht naheliegenden Schlußfolgerungen für sein Verhältnis zur menschlichen Gemeinschaft zu ziehen."

 


5.INTERPRETATIONSVIELFALT
5.1. Versagen und Schuld
5.1.1. Wert des Einzelnen
Unzählige Wissenschaftler haben bereits versucht, Die Verwandlung zu interpretieren, den Sinngehalt zu filtern, die mögliche Aussage der Erzählung zu ergründen. Und dabei sind viele verschiedene Sichtweisen - zumeist sehr unterschiedlich in ihrer Kernaussage - zutagegetreten.
Richter zum Beispiel interpretiert die Verwandlung dahingehend, den Wert - und in diesem Falle die Nutzlosigkeit - eines Menschen in der Gesellschaft im Hinblick auf seine berufliche Leistungsfähigkeit zu verstehen. In seiner Interpretation steht das Versagen Gregors im Mittelpunkt: "Beim Erwachen war ... schon etwas Entscheidendes eingetreten: Er hatte den Beginn seiner Arbeit versäumt, bei der Erfüllung seiner Pflicht versagt." Die Tragweite dieser an sich entschuldbaren Verfehlung wird für Richter erst ganz nach dem Besuch des Prokuristen verständlich, dessen Klagen zeigen, daß dieses Versäumnis nur der Höhepunkt einer Reihe von unverzeihlichen Fehlern und Mißerfolgen gewesen ist, die - nach Richters Meinung - Gregors Untauglichkeit im Beruf - und damit zugleich seine Verantwortungslosigkeit gegenüber der Familie - bereits zur Genüge bewiesen haben.
Hierbei möchte ich erwähnen, daß Gregor keineswegs verantwortungslos war, zumal er zum Beispiel dem größten Teil seines Verdiensts der Familie gab, sich um die Wohnung gekümmert hatte, damit die Familie ein schönes Leben führen konnte.
"Nur das Pflichtgefühl gegenüber seinen Angehörigen hält ihn noch in seinem verhaßten Beruf zurück, doch man spürt aus seinen Betrachtungen, wie schwer ihm das fällt und wie sehr er heimlich ein Ende herbeisehnt. Gregor war demnach zum Zeitpunkt seiner Verwandlung schon bereit, seine gewohnte und verhaßte Lebensweise aufzugeben."
Das zunächst zufällig erscheinende Ereignis wird damit zum unverhüllten Ausdruck einer Problematik, die sich lange Zeit im Verborgenen entwickelt hat. Für Richter wird ein Mensch verwandelt, der vor seiner Aufgabe versagt hat und für den deshalb das Äußere eines ekelhaf-parasitären Ungeziefers als gemäße Form der Existenz gelten soll. Das Verhalten seiner Angehörigen zu ihm sei damit nicht nur aus äußeren, sondern auch aus inneren Gründen gerechtfertigt. Charakter und Gestalt dieser nutzlosen Existenz, die sich jetzt in ihrer ganzen Schwäche offenbart; lassen ein anderes Verhältnis gar nicht zu.
Wie aber konnte es dann geschehen, daß ein solcher Mensch seine Familie fünf Jahre zu ernähren vermochte? "Um die Vermutung zu entkräften, daß in Gregor eine echte Potenz vielleicht vorhanden gewesen und er eine notwendige Funktion hätte ausfüllen können - um also die ganze Wahrheit der entwertenden Verwandlung zu beweisen -, läßt Kafka parallel mit dem allmählichen Verfall Gregors die Wandlung im Leben der Familie vor sich gehen." Sie entdeckt ihre eigenen Möglichkeiten und beweist damit, daß sie Gregors Fürsorge eigentlich nie gebraucht hätte. Alle seine Angehörigen verstehen es ausgezeichnet, im bürgerlichen Leben ihren Mann zu stehen und füreinander zu arbeiten. " ...er hatte seinen Angehörigen nichts gegeben, was sie nicht auch selbst hätten erreichen können, ja er hatte sie wohl durch seine Fürsorge eher bedrückt und in eine unangenehme Abhängigkeit gebracht."
Nach Richter versagte er und blieb der einsame Schwächling, dem seine Arbeit nicht zum Lebensinhalt wurde, obwohl er eine Aufgabe zu erfüllen hatte, die seine ganze Kraft und Verantwortung erforderte. "Die Verwandlung soll das Grundsätzliche seiner Schwäche und Kontaktlosigkeit beweisen. ...[Der Held] überführt sich ... selbst". Der Vater, der eine zentrale Rolle spielt, zieht nur noch das Fazit, er spricht das Urteil, dem sich Gregor durch sein Verhalten überantwortet hat: einmal das direkte Todesurteil, zum anderen ein indirektes, indem er durch seine Feindseligkeit in Gregor die Bereitschaft zum Tod hervorruft. Es ist ein Zerbrechen an den Konsequenzen des Berufslebens für die private Existenz des Menschen. Kafka wußte für ihn keinen Ausweg, denn er sah nur das gegebene bürgerliche Leben und seine Lebensformen. Er konnte seinem Held nur die Bestätigung geben, daß er um die Bewältigung dieses Lebens mit bestem Willen gekämpft hatte, bevor er unterlag.


5.1.2. Innerer Konflikt und Opfertier
Im Gegensatz zu Richter geht Emrich von einer Aufopferung Gregors aus; er befaßt sich stark mit dem inneren Konflikt: Gregor steht in einem ungelösten Konflikt zwischen Arbeit und Ich. Er schwankt zwischen den Sphären. Einerseits wird er von den rational-planenden Überlegungen seiner Arbeit bestimmt, andererseits verflucht er seine Arbeit. Dieser Konflikt zwischen seinem Beruf und seinem Wunsch, endlich den großen Schritt zu tun und selbständig und unabhängig zu werden, ist die Ursache seiner "unruhigen Träume". Da in diesem Konflikt der Zwang des Berufes überwiegt, die Erfüllung seines Wunsches, "ein ,Selbst' zu werden", auf fünf bis sechs Jahre hinausgeschoben wird, muß zwangsläufig dieser Wunsch als störend, seine Arbeit durchkreuzend empfunden werden.
Die Verwandlung in einen Käfer nimmt Gregor gar nicht an, innerlich akzeptiert er sie nicht, sondern will sie im Schlaf "vergessen". Es kommt ihm gar nicht in den Sinn, daß er durch seine Verwandlung an seiner Geschäftsreise gehindert werden könne. Das liegt außerhalb seines Vorstellungsbereichs. Die Verwandlung ist für ihn nicht existent. Darauf werde ich aber später noch genauer eingehen. Gregors Reflexionen unmittelbar nach seinem Erwachen verdeutlichen den Sinn seiner "unruhigen Träume" und damit auch den der Traumverwandlung: Er empfindet die Entfremdung, den mangelnden "herzlichen" Verkehr. Am liebsten würde er im Traum einfach "selbst" liegenbleiben und die Arbeit und die Hektik draußen lassen. Diese Möglichkeit kann er aber nicht annehmen. "Daher wehrt er sie ab. Aber Abwehr ist nicht Überwindung. Das ,Selbst' bleibt da. Und der Sinn dieser schrecklichen ,Verwandlung' besteht eben darin daß dieses ,unfortschaffbare' Selbst ... schockartig auch in die konkrete Tagesrealität einbricht, sich nicht als Spuk und Traumgespinst einfach wegjagen läßt. Die scheinbar phantastische Irrealität dieses ,Ungeziefers', gerade sie ist höchste Realität, der niemand zu entrinnen vermag." Bei Kafka ist die Innerlichkeit sich selber entfremdet. Das Schlimmste ist nicht Gregors Verwandlung an sich, sondern die Verblendung, mit der alle dieser Verwandlung begegnen. Gregor will sie nicht wahrhaben, sondern will sich anziehen und losfahren. Die Eltern und Schwester verstehen sie nicht. Das Selbst ist das absolut Fremde, Nichtige, Nichtexistente. Die Eltern hatten zum Beispiel nie eine Ahnung von Gregors innerem Konflikt, von dem "Opfer", welches er der Familie brachte; "sie hatten sich ... die Überzeugung gebildet, daß Gregor in diesem Geschäft für sein Leben versorgt war". Sie ahnten nicht, daß da in Gregor etwas rumorte. Er wiederum glaubte, seiner Familie ein schönes, zufriedenes gesichertes Leben schaffen zu müssen, indem er sich selbst opferte. "Gregor hatte sich selbst entstellt durch sein ,Opfer'. Das geopferte Tier wird nun sichtbar in gnadenloser Entstellung." Aber der Betrug geht noch weiter. die Eltern hatten in Wahrheit das Opfer nicht nötig. Der Vater besaß mehr Geld, als Gregor wußte. Er konnte auch arbeiten, er war nicht so krank, wie es schien. Somit war Gregors Opfer sinnlos. Je mehr Geld Gregor seiner Familie geschenkt hatte, um so kühler war das Verhältnis zwischen ihnen geworden: "...man nahm das Geld dankbar an, er lieferte es gern ab, aber eine besondere Wärme wollte sich nicht mehr ergeben." Jetzt erst, in Gregors Entstellung, wird das geopferte Tier sichtbar. Darum muß es verjagt werden. "Wir müssen es loszuwerden suchen."
Gregor stirbt letztendlich, seinen Tod befürwortend. "Sein Tod ist [jedoch] nicht nur sinnlose Vernichtung, sondern befreiendes Erkennen. Er stirbt und versöhnt sich mit sich und der Welt..."


5.2. Autorität und Machtkampf
5.2.1. Des Vaters Schulden
Beide Sichtweisen, sowohl die von Richter (1962) als auch die von Emrich (1958), sind älteren Datums. Inzwischen hat sich einiges in den Interpretationsvarianten verändert. In der folgenden werde ich mich auf Politzer, Nabokov und Matz beziehen und eine weitere Variante versuchen, in der ich die Kontraposition zu Richter und Emrich beziehen werde.
Die Samsas sind eine ganz normale Mittelschichtsfamilie. Die Angehörigen sind Menschen mit vulgärem Geschmack, denen nur die materiellen Dinge des Lebens etwas bedeuten. Der Vater ist vor fünf Jahren Konkurs gegangen und hat Schulden bei Gregors Chef; des Sohnes Aufgabe ist es nun, "die Schulden der Eltern an ihn abzubezahlen". Die Eltern haben ihn sozusagen in die Sklaverei verkauft, und niemand vermag zu leugnen, daß er das Dasein eines Sklaven führt : "...die Sorgen um das unregelmäßige, schlechte Essen, ein immer wechselnder, nie andauernder, nie herzlich werdender menschlicher Verkehr." Gregor ist als Reisender ständig unterwegs und kann daher auch keinerlei festere Beziehung zu einem Menschen aufbauen, nicht zu Hause - wo er ja sehr selten ist - noch unterwegs. Außerdem gibt er jeden Monat seiner Familie den größten Teil seines Einkommens und behält nur einen geringen für sich. Aber Gregor tut es, weil er seinem Vater helfen will. Der Gedanke, die Söhne würden für die Schuld der Väter büßen, findet man häufig in der abendländischen, jüdischen und christlichen Kultur. "Im klassischen Sinne ein Motiv des tragischen Schicksals, büßt es in dieser Erzählung jeden erhabenen Charakter ein und reduziert sich auf Erniedrigung, Unterwerfung und Ekel." Gregor jedoch empfindet einen großen Stolz darüber, daß er seiner Familie "ein solches Leben in einer so schönen Wohnung hatte verschaffen können." Dabei ist Gregor so daran gewöhnt, der Familie als Werkzeug zu dienen, daß er dies gar nicht in seine Betrachtungen einbezieht. Dennoch lebt Gregor in ständigem inneren Konflikt. Wäre die Schuld abbezahlt, würde er sofort kündigen. Und nur diese Schuld hat Gregor in die entwürdigende Stellung als Reisender gebracht, nur diese Angst hält ihn darin fest. Trotz aller finanzieller schwieriger Lage - die den Vater hatte zum Greis mutieren lassen, der aber immer noch zu einem gewissen Teil die Rolle des Patriarchs innehat - will Gregor seine Schwester, die Geige spielt, auf das Konservatorium schicken und es an Weihnachten feierlich verkünden. Dazu muß er sich, obwohl kein Freund der Musik, entschlossen haben, weil er vielleicht den Widerstand der Eltern herausfordern wollte. Vielleicht zuckt in diesem Plan der erste schwache Funke der Auflehnung auf, der Rebellion gegen sein Dasein.
Die ersehnte Auflehnung gegen seinen despotischen Chef wird auf ferne Tage verlegt, wenn die Schulden getilgt sein werden - also nie. Die Befreiung, die eine Revolte gegen Chef und Vater zugleich hätte sein müssen, gelingt erst, als sie gar keine mehr ist: im Moment der Verwandlung. Durch die Umkehrung der Hierarchie hatte der Vater seine Rolle als Herr des Hauses verloren, welches eine enorme Demütigung für ihn darstellte, und diese Umkehrung zerstörte die Gefühlsbindung innerhalb der Familie. Nach der Verwandlung seines Sohnes erstarkt der Vater wieder. Der Erstarkung werde ich mich später noch ausführlich widmen.

5.2.2. Der Morgen danach
Da Gregor nun durch sein Verschlafen den Beginn seiner Arbeit versäumt hat, erscheint der Prokurist, um festzustellen, warum Gregor noch nicht am Bahnhof erschienen ist. Diese unerbittliche Promptheit, mit der ein säumiger Angestellter überwacht wird, verdeutlicht noch mehr die Gregor belastende Situation. Durch den Besuch erfährt der Leser nebenbei, daß Gregor in der letzten Zeit aufgestiegen ist. Er hat das Inkassorecht erhalten und "ist damit jener privilegierten Kaste selbständiger Reisender nähergerückt, die ,leben wie Haremsfrauen'" Er hat aber scheinbar im Dienst nachgelassen, ist vor dem eigenen Fortschritt zurückgeschreckt, der ihm den "großen Schritt" ermöglichen und der Freiheit näherbringen sollte. Er bewegt sich im Kreis. Einerseits strebt er vorwärts, einer Unabhängigkeit zu, die er nur dann erreichen kann, wenn er dem Chef das der Familie geliehene Geld zurückerstattet, versucht aber, sowie er dieser Freiheit ein Stück näher kommt, durch "unbefriedigende Leistung" seinen Abstand von dem Ziel absichtlich wieder zu vergrößern. Die Autorität des Chefs, die Gregor ständig zu spüren scheint, wird besonders in Gregors Reflexion über ihn deutlich: es prägt sich das Bild des Chefs ein, der die Eigenart hat, auf einem Pult sitzend mit seinem Angestellten zu reden - wohl um seine Überlegenheit zu untermauern -, der überdies auch noch wegen der Schwerhörigkeit des Chefs nahe herantreten muß.
Nachdem Gregor verzweifelt versucht hat, sich dem Prokuristen zu erklären, ohne zu bemerken, daß jener ihn gar nicht mehr verstehen kann, versucht der Vater, ihn mit aller Gewalt und unerbittlichem Drängen in sein Zimmer zurückzutreiben. Gregor versucht sich durch die Türöffnung zu zwängen, wobei er steckenbleibt. "Dem Vater fiel es natürlich in seiner gegenwärtigen Verfassung auch nicht entfernt ein, etwa den anderen Türflügel zu öffnen, um Gregor einen genügenden Durchgang zu schaffen. Seine fixe Idee war bloß, daß Gregor so rasch als möglich in sein Zimmer müsse", worauf er ihm einen "wahrhaft erlösenden Stoß" versetzt und Gregor heftig blutend in sein Zimmer fliegt. Der Vater reagiert hinsichtlich der Situation durchaus normal. Dies ist auch ein stilistischer Kunstgriff Kafkas, denn je realistischer er den Vater darstellt, um so größer wirkt der Kontrast zwischen ihm und seinem Sohn. "Die Familie hat nun die Aufgabe, sich Gregor anzupassen. Sie hat die Chance, ihre eigene Menschlichkeit zu erweisen, in dem Maße, in dem sie sich des Ungeziefers, des Sohnes, annimmt." Die Familie gewöhnt sich im großen und ganzen an den Zustand, es interessiert sie wohl gar nicht.

5.2.3. Vater - Mutter - Schwester
Die Persönlichkeiten der Angehörigen zeigen sich schon anfangs in den Reaktionen auf Gregors Verschlafen. Der "sanften" Stimme der Mutter folgt "schwach, aber mit der Faust" das Pochen des Vaters, während an der anderen Tür "barmherzig" die Schwester leise klagt, ob mit Gregor alles in Ordnung sei. Nun aber, nach der Verwandlung, sieht die Aufteilung der Machtverhältnisse wieder anders aus. Zwei Paare bilden sich: Vater und Mutter, Bruder und Schwester. Die beiden abseits stehenden Frauen sollen dem Sieger des Kampfes zwischen Vater und Sohn als Trophäe zufallen, der nun beginnt. Durch die Wiedererstarkung desVaters zeigt sich jetzt eine niederdrückende Gewalt in dessen wahrhaft überdimensionalen Gestalt, jene Stimme erschallt schon "gar nicht mehr wie die Stimme eines einzigen Vaters", sondern wie die aller väterlichen Gewalt schlechthin. Nicht nur die äußerliche abscheuliche Entstellung des Sohnes bewirkt beim Vater ein Erwachen neuer Kräfte. Die Gewalt zeigt sich zuerst im wirtschaftlichen Bereich. Dem Verfall während der Zeit von Gregors Aufstieg im Geschäft folgt nun seine plötzliche Wiederherstellung nach der Verwandlung, als ihm aufs neue die Rolle des Ernährers zufällt. Er hat die Stelle eines Bankdieners angenommen, und trägt seine "straffe blaue Uniform mit Goldknöpfen" sogar zu Hause, wie um Gregor noch einmal zu verdeutlichen, daß jetzt wieder er der Herr im Hause ist und ihm die Ernährung der Familie anvertraut worden war.
Was aber keiner in der Familie Samsa versteht, ist, daß Gregor trotz äußerlicher Verwandlung in ein Ungeziefer innerlich immer noch Mensch ist. Seine Gedanken und Gefühle sind ihm geblieben. Und das ist eigentlich das Grausamste seiner Verwandlung: eingesperrt in eine Käferhülle immer noch menschliche Bedürfnisse nach Zuneigung und Verständnis zu haben, mit dem Unverständnis seiner Familie konfrontiert. Der anfangs Mitleid erweckende Drang nach ein wenig Schutz vor Verrat, Grausamkeit und Schmutz führte zur Bildung seines Panzers, der ihm nun gleichsam Käfig ist, wie es vorher die Welt war, aus der er so gern entfliehen wollte.
Selbst die Schwester, die eigentlich eine größere Nähe zu ihrem Bruder hat, begreift ihn nicht. Sie hat seit der Verwandlung eine besondere Rolle eingenommen und tritt als Sachverständige in allen Gregor betreffenden Angelegenheiten vor den Eltern auf. "Da ist eine seltsame Bemerkung: die beherrschende Schwester, die starke Schwester aus dem Märchen, die hübsche Wichtigtuerin, die sich den Familientrottel untertan macht,... das grausame Symbol für Gesundheit, Jugend und aufblühende Schönheit im Hause des Elends und des Staubes." Sie ist es, die sich um die leiblichen Bedürfnisse des Bruders kümmert, nicht etwa die Mutter. Denn diese steht zwischen den Männern, eine Entscheidung ist ihr gar nicht möglich; sie ist Ehefrau und Mutter zugleich. Doch ab dem Zeitpunkt der Verwandlung wird sie immer mehr Anhängsel ihres Mannes und tritt immer weniger als seine Mutter denn als Frau Samsa auf.
Die Schwester gewinnt eine neue Bedeutung, sie kümmert sich um Gregors Belange; und als sie die Idee hat, Gregors Zimmer auszuräumen, kommt die Mutter das erste Mal wieder seit der Verwandlung in dessen Zimmer, hat ihn folglich auch nicht seitdem als Käfer gesehen und sieht nun in ihm auch nicht ihren Sohn, sondern nur den Käfer. Sie spricht immer nur davon, daß Gregor zurückkommt. Grete hingegen erkennt seine Identität immer noch an, trotzdem sie aber - verständlicherweise - eine gewisse Scheu vor ihm hat. Gregor entdeckt das Kanapee als sicheren Zufluchtsort. Wenn Grete sein Zimmer betreten will, dreht sie langsam den Schlüssel im Schloß, um Gregor deutlich zu machen, daß er sich zurückziehen soll, woraufhin er sich unter dem Kanapee versteckt. Er paßt aber ob seiner Größe nicht vollständig darunter. Mit außergewöhnlichem Einfühlungsvermögen trägt er, um ihr seinen ekelhaften Anblick zu ersparen, "...eines Tages auf seinem Rücken - er brauchte zu dieser Arbeit vier Stunden - das Leintuch auf das Kanapee und ordnete es in einer solchen Weise an, daß er nun gänzlich verdeckt war, und daß die Schwester, selbst wenn sie sich bückte, ihn nicht sehen konnte." Hier wäre anzumerken, wie aufmerksam und rücksichtsvoll Gregor ist. Sein Käfertum scheint in ihm, während es seinen Leib zum Zerrbild macht und erniedrigt, alle nur denkbare menschliche Fürsorglichkeit hervorzubringen.

5.2.3. Finanzskandal
Bereits im Verlauf des ersten Tages nach Gregors Verwandlung klärt der Vater seine
Familie - Gregor nicht mit eingerechnet - über die Vermögensverhältnisse auf und es stellt sich heraus, daß Gregor getäuscht worden ist. Der Vater hat aus dem Zusammenbruch des Geschäfts noch ein kleines Vermögen retten können, außerdem ist das Geld, welches Gregor jeden Monat nach Hause brachte, nie ganz aufgebraucht worden und inzwischen zu einem bescheidenen Guthaben angewachsen. Gregor, der glaubte, die Familie durch seine verhaßte Arbeit erhalten zu müssen, ist betrogen worden. Hätte er doch mit diesem Geld den Schuldenberg gegenüber dem Chef weiter abtragen können und wäre somit seinem ersehnten Austritt aus der Firma ein Stück näher gewesen. Ich denke, ein jeder reagiert in einer solchen Situation mit Empörung. Nicht aber Gregor. Er sitzt hinter seiner Tür und nickt eifrig, erfreut über diese unerwartete Vorsicht und Sparsamkeit. "Der Betrogene unterwirft sich bedingungslos: Alles ist besser so, ,wie es der Vater eingerichtet hatte', und das auch noch ,zweifellos'." Plötzlich gibt auch die vergangene Idylle mit dem Sohn als Retter ihr häßliches Gesicht zu erkennen: "Man hatte sich eben daran gewöhnt, sowohl die Familie als auch Gregor, man nahm das Geld dankbar an, er lieferte es gern ab, aber eine besondere Wärme wollte sich nicht mehr ergeben."

5.2.4. Möbelrücken und Apfelwurf
Gregor hat als Zeitvertreib entdeckt, in seinem Zimmer umherzukriechen, auf dem Boden und die Wände hinauf. Um ihm mehr Platz zu verschaffen, will die Schwester die störenden Möbel aus dem Zimmer räumen. Gregor ist zwischen zwei Empfindungen hin- und hergerissen. Sein Käfertum sagt ihm, daß ein leerer Raum mit bloßen Wänden zum Umherkriechen weitaus besser geeignet ist - er braucht nichts als eine "Ritze", in die er sich verkriechen kann, sein unentbehrliches Kanapee - auf die für Menschen gedachte Bequemlichkeit kann er verzichten. Doch die Stimme seiner Mutter erinnert ihn an seinen menschlichen Ursprung, womit ihn auch die Möbel verbinden. Mutter und Schwester beginnen also, Gregors Zimmer auszuräumen, und als sie den Schrank versuchen hinauszuräumen, ist Gregor ganz unruhig und kann es kaum ertragen; jener Schrank enthält seine Laubsäge, mit der er - seine einzige Entspannung - in der Freizeit gern Bastelarbeiten anfertigte. Jedoch läßt er die Schwester und die Mutter den Schrank wegräumen. Das einzige, was er noch retten will, ist das Bild einer jungen Dame, welches er aus einer Zeitschrift ausgeschnitten und einen Rahmen mit seiner Laubsäge gebastelt hatte. "Für das Insekt wird dieser Druck zu dem einen und einzigen Besitz, den er mit dem Einsatz seines Lebens zu verteidigen entschlossen ist." Er krabbelt die Wand hoch und "setzt" sich auf das Bild, verdeckt es mit seinem ganzen Körper. Als nun die Mutter hereinkommt und ihn sieht, fällt sie in Ohnmacht. Grete läuft ins Wohnzimmer, um etwas zu holen, womit sie die Mutter aus der Ohnmacht wecken kann. "Gregor wollte auch helfen ... lief ... auch ins Nebenzimmer, als könne er der Schwester irgendeinen Rat geben, wie in früherer Zeit, mußte dann aber untätig hinter ihr stehen..." Seine Hilfe ist unnütz, wird zurückgewiesen. Die Schwester eilt zur Mutter zurück und Gregor bleibt im Wohnzimmer. Er beginnt, von Selbstvorwürfen und Besorgnis bedrängt, Wände, Zimmerdecke und Möbel zu überkriechen. In diesem Augenblick kehrt der Vater heim und versetzt Gregor in Panik ohnegleichen. Er "flüchtete ...sich zur Tür seines Zimmers und drückte sich an sie, damit der Vater beim Eintritt ... gleich sehen könne, daß Gregor die beste Absicht habe, sofort in sein Zimmer zurückzukehren, und daß es nicht nötig sei, ihn zurückzutreiben, sondern daß man nur die Tür zu öffnen brauche, und gleich werde er verschwinden." Doch dann beginnt er, vor dem Vater herzulaufen, immer die Runde um das Zimmer. Nun beginnt der Vater, ihn mit Äpfeln zu bewerfen. Eines der Geschosse durchbricht den Panzer und bleibt in Gregors Rücken stecken, beginnt dort zu faulen und wird so zu seiner mittelbaren Todesursache. In dieser Szene ist der Vater nunmehr im Vollbesitz seiner Kräfte. Gregor erkennt ihn beinahe nicht. "War das noch sein Vater? Der gleiche Mann, der müde im Bett vergraben lag, ... der ihn an Abenden der Heimkehr im Schlafrock im Lehnstuhl empfangen hatte, gar nicht recht imstande war, aufzustehen...?" Jetzt aber ist er recht gut aufgerichtet in seiner straffen blauen Uniform, die sonst zerzausten Haare peinlich genau gescheitelt und der Blick seiner schwarzen Augen ist frisch und aufmerksam. Die Mutter, aus ihrer Ohnmacht erwacht, eilt hinzu: "...stolpernd über die Röcke [drang] sie auf den Vater [ein] und ihn umarmend, in gänzlicher Vereinigung mit ihm ... die Hände an des Vaters Hinterkopf [bat sie ihn] um Schonung von Gregors Leben... ." . "Die Worte sagen hier mehr, als die Geschichte erzählt. Gebannt verfolgt Gregor, wie der Vater vollzieht, was ihm selbst nicht gelang, wie er nach seinem Siege die sich unterwerfende, entkleidete Frau wieder in Besitz nimmt." Nun sind die Machtverhältnisse geklärt. Die Schwester wird von seiner Verteidigerin zu seiner Anklägerin und steht Gregor in offener Feindseligkeit gegenüber. Schon möglich, daß sie ihn früher geliebt hat, jetzt betrachtet sie in mit Abscheu und Wut. In Frau Samsa liegen Asthma und Gefühle im Widerstreit miteinander. Sie empfindet ihrem Sohn gegenüber eher aus Gewohnheit eine gewisse Mutterliebe, und es wird sich bald zeigen, daß auch sie bereit ist, ihn preiszugeben. Der Vater hat einen gewissen Gipfel an eindrucksvoller Kraft und Brutalität erreicht.

5.2.5. Zimmer frei und Geigenspiel
Nicht nur der Vater sorgt nun für den Unterhalt der Familie, auch die Mutter und Schwester verdienen dazu. Dennoch vermieten sie ein Zimmer an drei Zimmerherren. Diese drei rätselhaften, vollbärtigen Mannsbilder, die im Plural handeln und sprechen, vollenden die Erniedrigung des Sohnes, denn durch sie, durch den Zwang, einen Teil des intimsten Familienraumes aus wirtschaftlichen Gründen wegzugeben, wird Gregors Versagen als Ernährer der ihm Anvertrauten offenbar. Der Zusammenstoß zwischen dem bedrohlichen Chor der Zimmerherren und dem, was Gregor am meisten liebt, seiner Schwester, besiegelt das Ende der Verwandlung. Die Schwester ist gezwungen, sich und die Kunst ihres Violinspiels vor ihnen darzubieten. Der Vater präsentiert seine Tochter, als biete er nicht die Musik, sondern das Mädchen selbst feil.
Gregor, dessen Zimmertür ausnahmsweise an diesem Abend geöffnet ist, hört und sieht die Schwester spielen. Die Zimmerherren wenden sich alsbald von ihr ab, doch Gregor empfindet die Musik als sehr schön. Im Gegensatz zu früher berührt ihn plötzlich die Musik. Damals war er kein Freund der Musik. Sie ließ sich ja weder wägen noch werten. Die Verwandlung hat ihm also nicht nur alle nur denkbare menschliche Fürsorge geweckt, sondern auch die Sensibilität für die Musik. "War er ein Tier, da ihn die Musik so ergriff?" Natürlich lautet die Antwort: Nein. "Er ist ein Mensch. Nur ein Mensch vermag sich von Schönheit und Seelenhaftigkeit so hinreißen zu lassen." In diesem Augenblick scheint Gregors menschliche Identität als gesichert, entweder, weil sein Inneres von seiner Verwandlung unberührt geblieben, oder aber die Verwandlung in diesem Augenblick verzückten Lauschens rückgängig gemacht wurde. Und doch bleibt er, was er gewesen. Die Zimmerherren wenden sich ab und Gregor lauscht. Ihm ist, als zeige die Musik den Weg zu der "ersehnten unbekannten Nahrung", auf die er Appetit empfunden hat, seit er die tödliche Wunde im Rücken trägt. Diese Nahrung kann freilich nicht Menschennahrung sein. Gregor verzehrt sich in einer Sehnsucht, die ihn über alles Menschliche und Tierische hinauswachsen läßt. Und selbst in dem Augenblick hingegebenen Lauschens verkennt er das Wesen dessen, wonach er sich sehnt. Er übersetzt es in die einzige Sprache, die er kennt, in die des Besitzens. Er will die Schwester in sein Zimmer locken und nie mehr gehen lassen. "Er verwechselt Spieler und Spiel, wenn er sich der Musik versichern will, indem er der Schwester und ihrer Geige habhaft wird." Gregor ist entschlossen, die Schwester zu besitzen, er will "sich bis zu ihrer Achsel erheben und ihren Hals küssen" und ihr dann erzählen, daß er vorhatte, sie auf das Konservatorium zu schicken. Also dringt er aus seinem Zimmer in das Wohnzimmer vor. Die Zimmerherren sind ihm egal, er will seine Schwester erobern. In diesem Moment hat Gregor "sämtliche Grenzen der Scham überschritten" und die Schwester ist die erste, die das erkennt. Den verborgenen Wunsch der Familie - das Verschwinden des Sohnes und Bruders - spricht sie als erste aus: "Wir müssen es loszuwerden versuchen. ... Du mußt bloß den Gedanken loszuwerden suchen, daß es Gregor ist." Gregors einzige Möglichkeit, seine Menschennatur zu beweisen, wäre also die Einwilligung in seine Vernichtung. Und er willigt ein: "Seine Meinung darüber, daß er verschwinden müsse, war womöglich noch entschiedener als die seiner Schwester." Was übrigbleibt, ist der Zustand lebloser Materie. "Den verfaulten Apfel in seinem entzündeten Rücken und die entzündete Umgebung, die ganz von weichem Staub bedeckt war, spürte er schon kaum. An seine Familie dachte er mit Rührung zurück. (...) In diesem Zustand leeren und friedlichen Nachdenkens blieb er, bis die Turmuhr die dritte Morgenstunde schlug."
"Wir mißverstehen Gregor, wie er sich selbst zeit seines Lebens mißverstanden hat, wenn wir in dieser Stimmung extremer Selbstaufgabe eine Lösung seines Problems wahrzunehmen vermeinen. Weder ist das Verenden des Tieres ,ein befreiendes Erkennen', noch stirbt das Insekt ,versöhnt mit sich und der Welt'." Dieses Ungeziefer ist kein Held, der seine Vernichtung bejahte, weil er durch ein Selbstopfer die Zwietracht in der Welt, die sein Erscheinen verursachte, beheben und aussöhnen will. Gregors Gedanken sind "friedlich", weil sie "leer" sind. Er sagt ja zu seinem Ende, wie er einst zu dem Joch seines Berufes und hierauf zu der Entdeckung ja gesagt hat, daß der Vater ihm seine eigenen Ersparnisse verheimlichte. Sein Verenden ist "einem menschlichen Tod verwandter, als es den Nerven der Leser wohltut; das Insekt tilgt sich aus und erinnert in dieser Unterwürfigkeit nicht von ungefähr an Georg Bendemanns Selbsthinrichtung."

5.2.6. Rosige Zukunft
Nachdem der Tod Gregors festgestellt und sein Kadaver von der Bedienerin weggeräumt wurde, macht die Familie Samsa einen Ausflug vor die Stadt und bespricht dabei ihre gar nicht so schlechten Aussichten für die Zukunft. Als erstes will man die von Gregor ausgesuchte Wohnung in eine "kleinere und billigere, aber besser gelegene und überhaupt praktischere" ein- tauschen. Am auffallendsten aber ist Gretes Verwandlung. Die Eltern sind von einem sprachlosen Erstaunen über diesen plötzlichen Ausbruch frühlingshaften Erblühens erfüllt, das aus ihr ein völlig neues Wesen gemacht zu haben scheint. "Trotz aller Plage, die ihre Wangen bleich gemacht hatte", war sie in letzter Zeit "zu einem schönen und üppigen Mädchen aufgeblüht". Sie hat im Verlaufe der Geschehnisse eine entscheidende Rolle eingenommen. Sie ist diejenige, die sich anfangs um Gregor kümmert, sie ist aber auch diejenige, die als erste seine Vernichtung fordert. Sie wird von seiner Krankenschwester, Botin, Übersetzerin und Sachverständigen zu seiner härtesten Gegnerin. Sie ist stark und gesund, wohingegen nicht nur ihr Bruder, sondern auch beide Eltern bald in einen Zustand lähmenden, hinfälligen Vergessens geraten; doch Grete mit der robusten Gesundheit ihrer frischen Jugend gibt ihnen Halt. Die dritte Verwandlung - neben der von Gregor und Grete - ist die des Vaters, der sich vorher zu einem überflüssigen Greis verwandelt sah, und nun "rückverwandelt" wird. Es gelingt ihm, seine eigene Verwandlung rückgängig zu machen, und zwar durch die vollständige und endgültige des Sohnes. Er hat gesiegt, in einem Kampf auf Leben und Tod. Dem Sohn bleibt nichts übrig als zuzugeben, daß dies "zweifellos" das Richtige ist.

 

6.RESÜMEE UND SCHLUßWORT
Gregor und allen anderen fehlt die Einsicht in das , was ihm widerfahren ist: nichts. Das heißt, die Verwandlung machte nur sichtbar, was ohnehin vorhanden war. Ekel und Abscheu sind die Verschärfung der Demütigung und Erniedrigung, die Gregor auch schon bisher erfuhr. Er erlebt "am eigenen Leibe" und ohne jede Beschönigung, was es bedeutet, nur eine überflüssige Wanze zu sein, erlebt die übergroße Macht des Vaters, der ihn wie eine Laus zertritt, und der immergleichen Vergangenheit, der er nicht entkommt. Eishauch tödlich verfehlter Existenz schlägt uns entgegen. Es stellt sich die Frage nach Gregors Schuld. Liegt sie bei ihm selbst oder ist er nur Opfer unglücklicher Umstände?
Gregors Hauptproblem ist seine Unsicherheit. Diese zeigt sich zum Beispiel an seinem inneren Konflikt und dem Unvermögen, sich von seiner Familie und damit von der Vergangenheit abzulösen, die Arbeit aufzugeben und das zu tun, was er möchte. Richter behauptet, er wäre verantwortungslos. Genau dies möchte ich bestreiten. Denn die Verantwortung seiner Familie gegenüber, sie ernähren zu müssen, hält ihn in seiner Anstellung. Daß die Familie sich auch ohne ihn versorgen kann, zeigt sich allerdings erst nach seiner Verwandlung und deckt den Betrug an ihm auf. Er war lediglich derjenige, der das Geld nach Hause brachte, sonst nichts. Der Vater hatte Gregors Pflichtbewußtsein rückhaltlos ausgenutzt, wobei er auf die angeborene Unterwürfigkeit des Sohnes vertraute und gewiß war, dieser würde nie eine Abrechnung zu fordern wagen. Gregors unglaubliche Selbstlosigkeit und sein ständiges Bemühen um die Bedürfnisse anderer zeigen sich überaus deutlich vor dem Hintergrund seiner jammervollen Lage. In der Seele des Ungeziefers wechseln dunkle Schuldgefühle mit Neid, Angst und Trauer. Der Käfer, der "inmitten grotesker und herzloser Witzfiguren" lebt, zeigt so seine menschliche Leidensfähigkeit. Die Selbstverleugnung, die Gregor in der Hingabe an den Beruf des Handelsagenten an den Tag legte, ist sicher übertrieben gewesen. Aber es war wohl die einzige Möglichkeit für ihn, in seiner Situation zu "überleben". Dies erweist sich jedoch als Fehler. Um dem Zwang dieses grauen und reglementierten Daseins zu entgehen, mag er sich während der "unruhigen Träume" der vergangenen Nacht verwandelt haben. Somit könnte die Verwandlung als Fluchttraum gelten. Sein tierisches Dasein jedoch beweist ihm alsbald auf das drastischste, daß auch hier keine Freiheit zu finden ist.
Kaum kann er seiner Verantwortung nicht mehr nachkommen, entwickelt er großes Verständnis für die "abgearbeitete und übermüdete Familie". Das Verständnis aber ist vollkommene Angleichung an den vorauseilenden Gehorsam desjenigen, der sich nicht mehr wehren kann oder will. Er findet für die erniedrigendste Behandlung von seiten der Familie noch eine Entschuldigung. Gewiß, er leidet unter all dem, aber der Gedanke an Auflehnung, wie er vielleicht einmal vorhanden war, ist ausgelöscht. Gregors Unterwürfigkeit mag auch aus seiner Unsicherheit resultieren, durch die er dem Vater unterlegen ist und den Kampf gegen ihn verliert.
Seine Schuld aber liegt darin, daß ihm die Auflehnung und Befreiung mißlingen. Er übernimmt den Blick der anderen und wird sich darum selbst zum Ungeziefer. Die Chance der Selbsteinkehr versäumt er, und alle Versuche, die er hätte unternehmen können, sich selbst zu sehen, wie er nun ist, werden durch das Ressentiment zunichte gemacht, das er "den Anderen" entgegenbringt. Gregors Verwandlung ist das Bild seiner eigenen, ins Nichts weisenden Möglichkeiten und der Unverständlichkeit eines Schicksals, das ihn zu diesen Un-Möglichkeiten verdammte. Opfer und Selbstopfer sind ununterscheidbar, der Sieg des Vaters ist zugleich die Selbstaufgabe des Sohnes.

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Literaturverzeichnis
Werkausgabe
Kafka, Franz, Die Verwandlung, in: Reclam Universal-Bibliothek, Bd. 9900, Stuttgart 1995

Verwendete Sekundärliteratur
ELM, Theo, Die moderne Parabel. Parabel und Parabolik in Theorie und Geschichte, München 1991
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GENETTE, Gerard, Die narrative Instanz, in: Genette, Gerard Die Erzählung, München 1994
HILLMANN, Heinz, Gattungen des Erzählens, in: Billen, Josef (Hg.), Die deutsche Parabel, Darmstadt 1986
HERMSDORF, Klaus, Kafka. Weltbild und Roman, Berlin 1978
HESELHAUS, Clemens, Kafkas Erzählformen, in: Billen, Josef (Hg.), Die deutsche Parabel, Darmstadt 1986
LÄMMERTt, Eberhard, Bauformen des Erzählens, Stuttgart 1955/ 9
MATZ, Wolfgang, Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer. Motive zu einer Lektüre von Kafkas "Verwandlung", in: Arnold, Heinz Ludwig (Hg.), Text und Kritik. Zeitschrift für Literatur, Bd. VII/ 94,, München 1994
NABOKOV, Vladimir, Franz Kafka, Die Verwandlung (Kommentar), in: Kafka, Franz, Die Verwandlung, Frankfurt/ M. 1982
NEIS, Edgar, Struktur und Thematik der traditionellen und modernen Erzählkunst, Paderborn 1965
POLITZER, Heinz, Franz Kafka, der Künstler, Gütersloh 1965
RICHTER, Helmut, Franz Kafka. Werk und Entwurf, in: Krauss, Werner/ Mayer, Hans, Neue Beiträge zur Literaturwissenschaft, Bd. 14, Berlin 1962
STANZEL, Franz K., Theorie des Erzählens, 5. unveränd. Aufl., Göttingen 1991


Weitere Sekundärliteratur
CLAUDE, David, Franz Kafka. Themen und Probleme, Göttingen 1980
FREY, Christoph, Das Subjekt als Objekt der Darstellung. Untersuchungen zur Bewußtseinsgestaltung fiktionalen Erzählens, in: Müller, Ulrich/ Hundsnurscher, Franz/ Sommer, Cornelius (Hg.), Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik, Nr.127, Stuttgart 1983
HÖFLE, Peter, Von der Unfähigkeit, historisch zu werden, München 1998
PFEIFFER, Joachim, Tod und Erzählen. Wege der literarischen Moderne um 1900, Tübingen 1997

Zitat Kafkas zu Beginn in: Elm, Theo, Die moderne Parabel. Parabel und Parabolik in Theorie und Geschichte, S. 160, München, 1991

 

Autor: Ricarda D. Herbrand
Hochschule: FSU Jena
Veranstaltung: Einführung in die Literaturwissenschaft (Prosa) (PS) WS 1999/ 2000 (D: Matuschek)
Benotung: 2,0

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